Bildungselemente

Bildungselemente können bei der Planung , Durchführung und Reflexion von Lehrangeboten in Bildungskontexten helfen. Es geht um die visuelle Darstellung von Elementen, die für den geplanten Lernprozess eine Rolle spielen, seien es angesprochene Wissensdimensionen, kognitive Prozesse verstärkende Faktoren, Voraussetzungen oder Ziele.

Entstehung und Hintergrund

Persönlich

Bildung hat viele Facetten. Ich habe mich schon öfter gefragt, ob Humboldt bei der  Definition des Begriffs im Sinn gehabt hat, wie sich zukünftige Wissenschaftler mit diesem Begriff, der der deutschen Sprache vorbehalten ist, auseinandersetzen. Mein persönlicher Zugang zu dem Begriff stammt aus dem Studium der Erziehungswissenschaft. Wir stellten ein qualitatives Forschungsdesign zusammen, um den Begriff zu ergründen. Genauer gesagt die Definition von Rainer Kokemohr. Bildung ist etwas, dass den ganzen Menschen umfasst und dass zugleich sein Wesen, als auch seine Welt(-sicht) beschreibt. Bildung geht demnach weit über den Begriff des Lernens oder des Wissens hinaus.

Elementen von Bildung in der Praxis eine Form geben

In meiner pädagogischen Praxis habe ich nicht selten erlebt, dass gerne das Studienwissen beiseite gelegt wird, um der guten alten Intuition zu folgen. Das hat seine Berechtigung, denn Probieren geht über Studieren und bewährte Methoden und Instruktionen haben einen hohen Wert. Oft fällt es schwer die Dimensionen von Bildung bei der Ausarbeitung von Praxiskonzepten und Arbeitseinheiten zu berücksichtigen und aus der Theorie die richtigen Schlüsse für die Praxis zu ziehen. Die Theorie neigt auch dazu den begrenzten Menschenverstand zu überfordern, denn in der Regel gibt es nicht die eine Theorie, sondern es gilt zwischen verschiedenen Wegen und Strömungen abzuwägen. Die deutsche Tradition der Didaktik verharrt oft in der Theorie und verhält sich schwerfällig beim Übertrag in die Praxis. Die angloamerikanische Tradition des Instructional Design hat der Didaktik in dieser Hinsicht einiges voraus.

In der Bildungsarbeit halte ich es für wichtig bei der Praxis die Theorie im Blick zu behalten und sie entsprechend zu würdigen. Um den Überblick nicht zu verlieren, sieht meine best-practice mittlerweile so aus, dass ich bei der Konzeptionierung und Planung von Bildungsveranstaltungen und konkreten Lehrangeboten bestimmte Elemente in einen besonderen Fokus stelle und diese für mich visualisiere. Dafür fand ich die Metapher des chemischen Periodensystems hilfreich, in dem jedes Grundelemente festgehalten ist und mit den entsprechenden Eigenschaften verzeichnet wird. Dieses Mini-Modell bietet dann meist eine visuelle Form der Lehrziele und geht darüber oft hinaus: Denn mit dieser Form der Darstellung entstehen teilweise neue Sichtweise und Chancen auf das geplante Angebot, aber auch auf die einzelnen Elemente, die sich so auch in meiner Wahrnehmung wandeln.

Worum es nicht geht

Bildungselemente sind keine Bildungstheorie und auch kein allgemeines Anschauungsmodell für Bildung oder Lernen. Die Bildungselemente können stattdessen bei der konkreten Planung, Durchführung und Reflexion von Bildungsveranstaltungen und Lehrangeboten helfen. Indem sie die Lehrziele aufgreifen und auf eine allgemeinere und theoretischere Ebene heben und indem sie dem eigenen Verständnis von einzelnen wichtigen Elementen für Lernen eine visuelle Form geben, die sich weiterentwickeln darf. 

Bildungselemente


Lizenzhinweis

CC BY-SA 4.0
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