Motivation

Ist ein Mensch motiviert für eine Tätigkeit, wird er sie mit ganzem Herzen und voller Aufmerksamkeit durchführen. Der Übertrag auf Lernprozesse ist naheliegend: Möchte ein Mensch etwas wirklich können, wird er alle Anstrengungen auf sich nehmen, um es sich anzueignen. Sei es das Erlernen von Sprache(n), um teilhaben zu können, handwerkliches Können, um selbst materielle Dinge zu erschaffen oder das Erlernen eines Instrumentes, um der eigenen Persönlichkeit künstlerisch Ausdruck zu verleihen.

Intrinsische und extrinsische Motivation

Motivation ist ein treibender Faktor des Menschen zur Verwirklichung seiner Ideen und seiner Persönlichkeit. Es ist der besondere Antrieb sowohl Routineaufgaben, als auch neue Dinge zu tun. Motivation kann viele individuelle Gründe habe, hat zumeist aber mit der Einbettung einer Tätigkeit in einen größeren Rahmen oder Sinn zu tun. Zu unterscheiden ist die intrinsische (Sinn und Zweck innerhalb des eigenen Verhaltens) und extrinsische (Sinn und Zweck außerhalb des eigenen Verhaltens) Motivation, wobei es auch zu Überschneidungen kommen kann.

Motivation in der Lernforschung

In der Lernforschung wird die Motivation als entscheidender Faktor für das Gelingen und Scheitern von Lehrprozessen diskutiert. Das liegt zum einen an der Stärke des Konstrukts, aber auch an der guten Messbarkeit in quantitativen Forschungsdesigns. Motivation gilt als Faktor, der den positiven Verlauf eines Lernprozesses verstärken kann oder der Lernprozesse blockiert. Die Motivation selbst beschreibt dabei lediglich die Ergebnisse des menschlichen Denkprozesses, die dazu führen, dass ein Mensch motiviert oder nicht motiviert ist. Um zu verstehen, was die Motivation steigen lässt oder hemmt muss ergründet werden, was zu der Motivation führt. Hier können viele verschiedene Theorien zurate gezogen werden. So könnten Gründe wie Sinn, Spaß, Perspektive, Einstellung, Einfachheit oder Lebensweltbezug zurate gezogen werden.

Planung von Lehrformen

Für die Planung und Durchführung von Lehrformen sind zwei Sichtweisen auf die Motivation zu unterscheiden:

  1. Auf welche Motivation trifft die Lehrform?
  2. Wie kann die Lehrform selbst motivierend wirken?

Die Auseinandersetzung mit bestimmten Inhalten und Themen oder verschiedene Beschäftigungsformen treffen auf unterschiedliche Motivation. Hier ist die Kenntnis, das Einschätzen und das Einlassen auf die Lernenden die beste Möglichkeit, die vorhandene Motivation bei der Planung von Lehrformen zu berücksichtigen. Daran schließt sich die die Frage an, wie motivierend eine Lehrform selbst sein kann. Während bei bestimmten Inhalten und Zielgruppen die Lehrform an sich weniger motivierend sein muss, weil das Thema bereits Motivation genug bietet, gilt es bei manchen Zielgruppen auf fehlende Motivation mit attraktiven Lehrformen zu reagieren. Dabei können folgende Überlegungen helfen:

  1. Welche Methoden eignen sich für die Inhalte?
  2. Welche Methoden eigenen sich für die Zielgruppe(n)
  3. Wie kann die zeitliche Aufteilung gestaltet werden?
  4. Wie können Inhalte aufgeteilt werden (Modularisierung)
  5. Wie kann auf die Heterogenität der Zielgruppe(n) reagiert werden?

Lizenzhinweis

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