Bildungselemente v0.1

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Was ist Bildung?

Bildung hat viele Facetten. Ich habe mich schon öfter gefragt, ob Humboldt bei der erstmaligen Definition des Begriffs im Sinn gehabt hat, wie sich zukünftige Wissenschaftler mit diesem Begriff, der der deutschen Sprache vorbehalten ist, auseinandersetzen. Mein persönlicher Zugang zu dem Begriff stammt aus dem Studium der Erziehungswissenschaft. Wir stellten ein qualitatives Forschungsdesign zusammen, um den Begriff zu ergründen. Genauer gesagt die Definition von Rainer Kokemohr.

Bildung ist also etwas, dass den ganzen Menschen umfasst und dass zugleich ihr/sein Wesen, als auch ihre/seine Welt(Sicht) beschreibt. Bildung geht demnach weit über den Begriff des Lernens oder des Wissens hinaus.

Warum noch ein Modell?

In meiner pädagogischen Praxis habe ich nicht selten erlebt, dass gerne das Studienwissen beiseite gelegt wird, um der guten alten Intuition zu folgen. Das hat seine Berechtigung, denn probieren geht über studieren und bewährte Methoden und Instruktionen haben ihre Berechtigung. Oft fällt es einem schwer die Dimensionen von Bildung bei der Ausarbeitung von Konzepten und Arbeitseinheiten zu berücksichtigen und aus der Theorie die richtigen Schlüsse für die Praxis zu ziehen. Die Theorie neigt auch dazu den begrenzten Menschenverstand zu überfordern, denn in der Regel gibt es nicht die eine Theorie, sondern es gilt zwischen verschiedenen Wegen und Strömungen abzuwägen. Die deutsche Tradition der Didaktik verharrt oft in der Theorie und lässt sich nicht in der Praxis unmittelbar umsetzen. Die angloamerikanische Tradition des Instructional Design hat der Didaktik in dieser Hinsicht einiges voraus.

Zielrichtung des Bildungselemente-Modells

In der Bildungsarbeit halte ich es für wichtig bei der Praxis die Theorie im Kopf zu behalten und sie entsprechend zu würdigen. Um den Überblick nicht zu verlieren, bricht das Modell der Bildungselemente die Theorien auf ein praxisbezogenes Modell herunter. Dabei geht es nicht darum in dem Modell Bildung möglichst genau zu beschreiben, es geht darum die wichtigsten Faktoren im Blick zu behalten. Auf der Basis der Bildungselemente lassen sich Konzepte, Methoden und Instruktionen entwickeln und individuelle Schwerpunkte einer Praxiseinheit lassen sich im Modell verorten.

In den kommenden Monaten soll die erste Beta-Version der Bildungselemente entstehen. Dabei gibt es kein festes Ziel und keine festgelegten Vorgaben. Aus einer Idee soll zunächst ein Entwurf entstehen.