Digitale Karten gemeinsam Bearbeiten

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Inhalt

Digitale Karten sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Schnell die Route für die Dienstreise berechnet, in der ÖPNV-App den Fußweg zum Ziel anzeigen lassen oder mal eben schauen, wo nochmal Land XY genau liegt. Aber Kartenanbieter bieten uns auch zunehmend an auf den Karten zu interagieren, indem wir z.B. Geschäfte und Sehenswürdigkeiten auf bestehenden Karten markieren oder indem wir ganze Kartenebenen hinzufügen können. Für letzteren Anwendungsfall ist Google My Maps wohl das bekannteste und am meisten verbreitete Tool. Nutzende können dort die bestehende Karte nehmen und weitere Ebenen hinzufügen, auf der Orte markiert, Linien gezogen oder Flächen eingezeichnet werden können. Es gibt auch ein Pendant aus der Open Source-Welt: uMap, basierend auf OpenStreetMap.

Viele didaktische Möglichkeiten

Eigene Karten bieten sehr viele Möglichkeiten Lehr-Lern-Settings zu gestalten oder zu unterstützen. Dabei kann man zwischen dem Bereitstellen von Informationen auf einer Karte und dem kollaborativen Bearbeiten einer Karte unterscheiden.

Bereitstellen von Informationen

Das Bereitstellen von Informationen ist sicherlich nicht so interessant, wie das gemeinsame Erstellen einer Karte. Es kann dennoch nützlich sein, z.B. für folgende Szenarien:

  1. Stationen einer Stadralley einzeichnen und Informationen bereitstellen
  2. Zonen für ein Geländespiel markieren
  3. Treffpunkte von Gruppen einzeichnen
  4. Wegbeschreibung bereitstellen

Kollaboratives Bearbeiten

Wesentlich interessanter ist das gemeinsame Bearbeiten von Kartenebenen. Hierbei sind die Einstellungsmöglichkeiten für Rechte zu beachten. uMap bietet beispielsweise nur die Auswahl zwischen vollen oder keinen Rechten zum Bearbeiten an. Es sollte bei der Einführung also darauf geachtet werden, dass alle das Tool verstehen und nicht versehentlich Daten gelöscht werden. So schnell passiert das aber nicht. Mögliche Szenarien sind z.B.:

  1. Sammeln von Informationen innerhalb eines Areals (ein Park, eine Gedenkstätte, ein Museum, ein Wald, etc.)
  2. Historische Karten erstellen (Menschenbewegungen, Kriege, Handelswege, etc.)
  3. Klimakarten erstellen (z.B. bedrohte Gebiete recherchieren und Einzeichen)
  4. Wirtschaftskarten erstellen (Handelswege, globaler Handel, Reise von einzelnen Produkten)
  5. Weltverteilungsspiel beliebig fortführen
  6. und, und, und…

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Insbesondere in globalen Bezügen ist eine gemeinsame digitale Karte ein mächtiges Werkzeug zur Visualisierung der Lernergebnisse, aber auch zur Reflexion des Lernprozesses. Durch die allgemeine Verfügbarkeit ist ortsgebundenes Arbeiten nicht zwingend erforderlich und alle Lernenden können gleichzeitig an einem Objekt arbeiten. Lehrende könne zudem auf der Karte selbst Fortschritte beobachten und Rückmeldungen geben.

Google oder OpenStreetMap (uMap)

Die Entscheidung für einen Anbieter ist sicherlich vom Anwendungsfall abhängig. Es entspricht meiner persönlichen Einstellung, dass OpenSource immer zu bevorzugen ist, es gibt aber in diesem Fall weitere Details, die für die Verwendung von uMap sprechen. Bei Google ist zum Bearbeiten ein Google-Konto notwendig. Eine Karte wird in My Maps mit anderen Personen geteilt und kann auch veröffentlicht werden. Bei uMap ist kein Konto erforderlich, bei einer Karte kann zwischen zwei Rechte-Optionen entschieden werden: Entweder ich entscheide mich dazu, dass alle Personen mit dem Link zur Karte diese bearbeiten können oder ich entscheide mich für eine Variante mit zwei Links: Ein Link zum betrachten und ein “geheimer” Link zum bearbeiten. Dadurch, dass kein Konto erforderlich ist, ist der Service wesentlich zugänglicher. Zusätzlich kann ich bei uMap verschiedene Hintergrundkarten wählen, alle, die auch unter OpenStreetMap zur Verfügung stehen. Geht es hingegen darum eine Wegbeschreibung zu erstellen, könnte es generell die Auffindbarkeit bei Google erhöhen, wenn dafür eine Karte bei Google verwendet wird. Für didaktische Settings bietet sich aber in meinen Augen uMap an.

Eigene Karten mit uMap erstellen

Das Erstellen einer eigenen Karte ist unkompliziert. In diesem Video zeige ich die ersten Schritte:

Vimeo

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.
Mehr erfahren

Video laden

Screencast: Eigene Karten mit UMap erstellen

Hast Du schon mit digitalen Karten in didaktischen Settings gearbeitet? Was sind deine Erfahrungen und Beispiele? Ich freue mich auf deine Rückmeldung!

Abbildungen

Beitragsbild: Screenshot von https://www.openstreetmap.org, Logo von uMap

Lizenz für den Text

Creative Commons Lizenzvertrag
“Digitale Karten gemeinsam Bearbeiten” von Tobias Weiske ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.