Flipcharts entwerfen

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Wenn ich moderiere oder Input-Teile vorbereite, greife ich gerne auf Flipcharts zurück. Das funktioniert bei kleineren Gruppen sehr gut, ist sehr einfach zu handhaben und hat schafft eine gute Atmosphäre. Die Unabhängigkeit von technischen Geräten ist leider noch immer ein schlagkräftiges Argument, denn oft habe ich schlecht ausgestattete Seminarhäuser erlebt oder Häuser, in denen der Beamer und ich nicht am selben Strang zogen. Wenn nicht viel Zeit für die Vorbereitung ist, kommt man da leicht ins Schwitzen. Eine Flipchart kann ich in den Raum stellen und sie wird nicht weiter stören. Vielleicht bietet sich auch eine parallele Nutzung eines Beamers an einem Workshop-Tag an.

Wer anfängt sich mit der Gestaltung von Flipcharts zu beschäftigen, stellt ziemlich schnell fest, dass es allerlei Handwerkszeug zu lernen gibt, welches es auch einzuüben gilt. Mit wenigen Kniffen und Vorlagen zum Nachzeichnen klappt aber auch das recht schnell und macht dazu auch noch richtig Spaß. Empfehlen kann ich die Bikablo-Reihe von neuland, die für kleines Geld eine dauerhafte und leicht transportable Hilfestellung bietet. Aber auch andere Sketchnotes-Bücher können eine Hilfe sein.

Vom Inhalt zum Flipchart

Ich möchte an dieser stelle nicht auf die  Basics der Visualisierung einzugehen. Der Grundsatz lautet in jedem Fall: Weniger ist mehr. Wenn ich mir meine Flipcharts der letzten Jahre ansehe fällt auf, dass die Menge des Inhalts immer mehr abnimmt. Während meiner Schulzeit dachte ich auch noch, dass eine Präsentationsfolie meine Vortragsnotizen ersetzen würde. Zugenommen haben hingegen grafische Darstellungen, die den Inhalt ohne Worte transportieren.

Mein Vorgehen sieht folgendermaßen aus:
  1. Struktur entwerfen
  2. Inhalte ausarbeiten und ausformulieren
  3. Ggf. Struktur anpassen
  4. Inhalte vorbereiten
    1. Inhalte auf das Wesentliche reduzieren
    2. Kurze Inhaltsblöcke bilden (die später auf einer Flipchart dargestellt werden sollen)
    3. Keywords notieren
    4. Symbole zu den Keywords finden
  5. Einzelne Flipcharts entwerfen

Während mir das Zeichnen von leichten Symbolen und Schaubildern einigermaßen leicht von der Hand geht und mein Schriftbild gut geeignet ist, bereitet mir oft die Platzaufteilung auf dem Flipchart-Bogen Probleme. Gerade bei komplexeren Flipcharts wird es da manchmal eng. Deshalb zeichne ich komplexere Flipcharts auf dem iPad vor. Das hat den großen Vorteil, dass ich Skizzen wieder löschen und Objekte auch nachträglich skalieren kann. Da ich sowieso handschriftlich fast ausschließlich mit dem iPad Pro und dem Apple Pencil arbeite, fällt für mich die leicht andere Haptik nicht negativ ins Gewicht. Als App kommt Goodnotes zum Einsatz, die für mich passendste Notizen-App, da die Hintergründe frei anpassbar sind und die Daten in Vektoren gespeichert werden. So habe ich auch schon Flipcharts am MacBook nachbearbeitet und hochauflösend in ein Handout eingefügt, was gerade bei der digitalen Verbreitung einen guten Eindruck macht. Wenn es um die Darstellung von Text geht, gilt das gleiche Vorgehen. Noch schneller geht das Einschätzen des Platzes für Text, wenn man den Font von neuland installiert und per copy&paste ausprobiert, wie sich der Text macht.

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