Jahresplaner 2020

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In diesem Beitrag stelle ich den kostenlosen Jahresplaner 2020 als Vorlage für die Verwendung auf dem iPad, optimiert für die App Goodnotes 5, zur Verfügung. Der Jahresplaner 2020 ist ein digitales und handschriftliches Tool zur Wochenplanung.

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Jahresplaner 2020

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Wozu ein digitaler und handschriftlicher Planer?

Um eines vorweg zu nehmen: Der Planer ist kein Kalender, der eine Zeitplanung von der Jahresansicht bis zur Tagesansicht bietet. Eine Lücke im Markt für digitale Kalender ist, dass es keine Hybridlösung für datenbankbasierte Kalender mit offenen Formaten (z.B. CalDAV oder iCal) und gleichzeitiger Funktionalität von Handschrift gibt. So einen Hybrid stelle ich mir auch schwierig in der technischen Umsetzung vor, weil es immer Limitierungen von handschriftlichen Bemerkungen geben würde. Handschrift in einem Termin wäre absolut denkbar, Handschrift und Zeichnungen zwischen Terminen in einer Datenbank abzubilden, sodass die Zuordnung in verschiedenen Ansichten korrekt interpretiert wird, ist sehr kompliziert bis unmöglich.

Für mich hat das handschriftliche Führen einer Planungskladde und eines Notizbuches entscheidende Vorteile: Ich kann Verknüpfungen besser sichtbar machen, entscheide mich für eine bewusste und entschleunigende Wochenplanung und kann Zeichnungen, Skizzen, Screenshots und Fotos direkt im Planer unterbringen. Dadurch kann ich im Selbstmanagement einen kreativen Prozess gestalten, der meinem Denken näher kommt, als wenn ich kleinteilig lineare Termine, Aufgaben und Fristen in einem digitalen Kalender abarbeite. Bei der digitalen Handschrift muss ich dabei nicht auf eine mächtige Suchfunktion und Links verzichten. Zudem steht mir das Notizbuch bei entsprechender Speicherung auf allen Geräten zur Verfügung und einzelne Seiten können exportiert werden.

Stift-Schreiben und Tastatur-Schreiben – ein bildungspolitisches Thema

Die Vorteile vom Stift-Schreiben gegenüber dem Tastatur-Schreiben sind immer mal wieder ein brisantes gesellschaftliches Thema. Das liegt vor allem daran, dass Handschrift auch ein kulturelles Erbe ist, bei dem Traditionen und Identifikation nicht unerheblich sind.

„Das Tippen ist eher ein mechanischer Prozess, um eine Information zu speichern. Das Schreiben hingegen ist ein individuellerer Prozess, der die Schreibenden stärker an der Formulierung des Inhalts beteiligt. Studien belegen, dass es eine Wechselwirkung zwischen kognitiven und motorischen Vorgängen gibt, die dazu führt, dass die Informationen beim Handschreiben besser verarbeitet werden. Warum, das ist sicher eine Frage, die noch näher untersucht werden muss.“

Dr. Christian Marquardt

Gehwolf 2017

„Of particular note is the finding that students consistently wrote more when using the computer despite equitable amounts of time engaged in writing in both conditions. There were no discernible advantages with respect to writing by hand or with a computer in students’ on-task behavior.”

Barrera, Rule, & Diemart, 2001

Es gibt verschiedene Studien zu den Vor- und Nachteilen von Handschrift gegenüber dem Tippen am Computer. In der Regel konzentrieren sich diese Studien auf den Schrifterwerb in der Grundschule. Die Ergebnisse dieser Studien sind nicht eindeutig. Zwar gehen viele Wissenschaftler davon aus, dass Handschrift einen positiven Effekt auf die Rechtschreibung und die semantische Qualität von Texten hat, dies wird in Studien aber nicht eindeutig bestätigt. Vielmehr kommt eine Vielzahl von Studien auch zu dem Schluss, dass Grundschüler_innen am Computer längere Texte verfassten und sich lautsprachlich orientierten, indem sie sich getippte Sätze selbst vorläsen, um daran im folgenden Satz anzuknüpfen. Zu diesen Ergebnissen kommen Barrera, Rule und Diemart (2001). Vermutlich besteht aber auch ein großer Zusammenhang dazu, wie automatisiert das Schreiben mit dem Stift oder der Tastatur vollzogen werden kann. Darauf deuten Studien hin, in denen die Textlänge und -qualität durch Automatisierungstrainings für das Schreiben von Texten verbessert werden konnten (Hurschler Lichtsteiner, Wicki, & Falmann, 2018). Der Anstieg an Studien zu dem Thema Handschrift zeigt, dass dieses Thema von erheblichen Interesse ist.

Wissenschaftliche Artikel zum Thema Handschrift seit 1994

Digital-Handschrift- vs. Datenbank-Kalender

Während digitale Kalenderformate hauptsächlich linear funktionieren, erlauben handschriftliche Formate Markierungen, Hervorhebungen, Verbindungen und freie Anmerkungen. Damit wird bei der Planung ein kreativer Prozess ermöglicht, der Verbindungen zwischen Ereignissen und Aufgaben verdeutlicht. Da diese handschriftlichen Anmerkungen nicht in ein zuverlässiges Datenbankformat übertragen werden können, geht aber die damit verbundene Übersichtlichkeit verloren, die es erlauben würde Datensätze in verschiedenen Ansichten und Kombinationen anzuzeigen (wenn jemand Programme kennt, die dieses Problem lösen, bin ich dankbar für einen Hinweis).

Beispiel für die Verwendung des Jahresplaners 2020: Farben werden für Kategorien eingesetzt, Notizen werden grob einzelnen Punkten zugeordnet, Symbole verdeutlichen zu erledigende Punkte und machen die Nachverfolgung leichter.

Die digitale Handschrift erlaubt also eine freie Strukturierung von Elementen und stellt gleichzeitig eine zuverlässige Durchsuchbarkeit bereit, sofern das verwendete Programm über eine gute Handschrifterkennung verfügt. So lassen sich Termine, Notizen oder Anmerkungen leicht wiederfinden. 

Die Möglichkeiten der Kollaboration ist bei beiden Formaten begrenzt, aber vielleicht auch nicht notwendig, da es sich um die persönliche Planung handelt und Kollaboration über andere Plattformen realisiert werden kann. Die klassischen digitalen Kalenderformate erlauben aber gemeinsame Kalender, bzw. Kalendereinladungen. Das ist sehr praktisch, wenn gemeinsame Termine nicht von jeder Person erstellt werden müssen oder wenn dadurch Informationen (etwa der Ort) bereitgestellt werden. Aus meiner Erfahrung sind Kalendereinladungen aber auch nie zu 100% zuverlässig: Es müssen von allen Teilnehmenden auch Antworten geschickt werden, unterschiedliche E-Mail/Kalender-Programme verstehen sich unterschiedlich gut oder verschiedene Netzwerke vertragen sich nicht.

Stärken von Datenbank-Kalendern

  • Neustrukturierung durch verschiedene Ansichten von Datensätzen (Terminen)
  • Durchsuchbarkeit
  • Synchronisation auf verschiedene Geräte
  • Freigaben
  • Theoretisch unendliche Vorausplanung möglich
  • Gemeinsame Termine

Stärken von handschriftlichen Formaten

  • Freie Gestaltung, Vernetzung und Skizzen
  • Durchsuchbarkeit
  • Entschleunigende und bewusste Planung von kurzen Zeitabschnitten

Kombinierte Nutzung

Der hier zur Verfügung gestellte Jahresplaner 2020 ist zur kombinierten Nutzung mit einem Datenbank-Kalender konzipiert. Wo dieser Datenbank-Kalender liegt ist unerheblich (goolge, iCloud, Exchange, Lokal, Nextcloud, etc.). Dann sieht der Workflow folgendermaßen aus

Termine und Fristen sammeln

Wenn wir Termine ausmachen, sind diese für uns meistens für längere Zeit nicht relevant, weil sie so weit in der Zukunft liegen. Daher empfiehlt es sich die Termine an einem zuverlässigen Ort zu sammeln. Das ist meistens der eigene Kalender. Zusätzliche müssen wir aber auch an Aufgaben und Fristen denken. Ich sammle Aufgaben und Fristen in Meistertask, also einem möglichst simplen Projektmanagement-Tool. In beiden Tools, Kalender und Meistertask, kann ich mir bei Bedarf Erinnerungen einrichten, um an bevorstehendes erinnert zu werden.

Monatsplanung

Die persönliche Zeitplanung kann nur für einen begrenzten Zeitraum funktionieren. Es ist nicht sinnvoll Zeit zu verplanen, die in einem halben Jahr stattfindet. Denn bis dahin sieht die Welt vielleicht schon wieder ganz anders aus. Die gängigen Planungsintervalle sind Quartale, Monate, Wochen, Tage. Ich persönlich beginne mit dem Monatsintervall, da die für mich überschaubare Anzahl an Terminen und Fristen über einem Monat hinaus auch so im Blick zu behalten sind.

Die Planung beginnt also beim Durchschauen des nächsten Kalendermonats. Fixe Termine, Fristen und Aufgaben werden dann in den Jahresplaner übertragen. Um nicht zu kleinteilig zu planen, teile ich Aufgaben i.d.R. erstmal nur einer Woche zu. Diese Vorausschau auf den kommenden Monat hat etwas sehr beruhigendes und macht den kommenden Zeitraum greifbarer. Stoßzeiten und Zeiten für mehr persönlichen Ausgleich werden so sichtbar und können berücksichtigt werden. Wenn nun schon absehbar ist, dass eine Woche viel zu voll wird, erstelle ich im Kalender einen Block-Termin, der mir das vor Augen führt, falls ich in die Versuchung komme einen weiteren Termin zu machen.

Wochenplanung

Die Wochenplanung nutze ich als Moment, um die vergangene Woche zu reflektieren: Ich frage mich, was ich geschafft habe und was zu kurz gekommen ist. Dabei helfen vorstrukturierte Fragen, wie sie auch im Jahresplaner 2020 zu finden sind. Für mich ist auch Frage danach zentral, was ich Neues erlebt habe und was ich in der Woche gelernt habe: Habe ich neues Wissen gewonnen, habe ich etwas über mich oder über andere gelernt?

Im nächsten Schritt wird auf der Basis dieser kurzen Reflexion festgehalten, was ich mir für die kommende Woche vornehme. Daran schließt sich die konkrete Wochenplanung an. Aufgaben werden den einzelnen Tagen zugeordnet und ggf. in einen zeitlichen Ablauf gebracht.

Tagesdokumentation

An den einzelnen Tagen kommen meistens noch spontane Aufgaben hinzu. Wobei man hier aufpassen sollte, dass man sich nicht mit scheinbar dringenden Dingen die Planung kaputtmachen lässt. Notizen, Gespräche, Ideen und neue Aufgaben werden von mir direkt in der Tagesansicht notiert. Ggf. füge ich eine weitere Seite hinzu, falls der Platz nicht ausreichen sollte. Dinge, die ich nachverfolgen muss, werden als solche markiert, sodass der Tag am Ende des Tages auch wirklich abgeschlossen ist. Das bedeutet, dass neue Aufgaben entweder wieder in Meistertask oder direkt an einem zukünftigen Tag eingetragen wurden. Zu guter Letzt folgt noch ein reflektierender Satz, der bei der Wochenreflexion sehr hilfreich sein kann und abschließend dazu einlädt, den Tag auch wirklich abzuschließen.

Technische Anmerkungen

Der Maße des Jahresplaners 2020 sind für Goodnotes 5 auf dem iPad pro 9,7″ optimiert. Dort wird eine Seite Bildschirmfüllend mit der Tab- und Tool-Leiste angezeigt. Das Notizfeld in der Tagesansicht ist so bemessen, dass es ebenfalls per Zoom in der Breite Bildschirmfüllend angezeigt werden kann.

Die Nutzung der Vorlage ist zwar für iPad, Apple Pencil und Goodnotes 5 optimiert, sie ist aber sicherlich auch unter anderen Voraussetzungen nutzbar. Dies wurde allerdings nicht getestet.

Es handelt sich um eine PDF-Datei, in der Vektoren und Bilder eingesetzt werden. Die Datei wurde sorgfältig erstellt, ich kann jedoch keine Fehler ausschließen. Über die Meldung von Fehlern bin ich sehr dankbar, um Datenverlust zu vermeiden, rate ich dringend zu regelmäßigen backups.

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Beispiel für die Verwendung des Jahresplaners 2020

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“Beispiel für die Verwendung des Jahresplaners 2020” von Tobias Weiske ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

Wissenschaftliche Artikel zum Thema Handschrift seit 1994

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Beitragsbild Jahresplaner 2020

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Quellen

Gehwolf, A. (2017, Mai). Handschrift „Sehr viele positive Transfereffekte“. Abgerufen 23. November 2019, von Goethe-Institut website: https://www.goethe.de/de/spr/mag/20986012.html

Creative Commons Lizenzvertrag
CC-BY-SA 3.0

Barrera, M., Rule, A., & Diemart, A. (2001). The Effect of Writing with Computers versus Handwriting on the Writing Achievement of First-graders. Information Technology in Childhood Education Annual, 2001(1), 215–229.

Hurschler Lichtsteiner, S., Wicki, W., & Falmann, P. (2018). Impact of handwriting training on fluency, spelling and text quality among third graders. Reading and Writing, 31(6), 1295–1318. https://doi.org/10.1007/s11145-018-9825-x

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